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Über die Bedeutung der frühgeschichtlichen Himmelskunde
 

Die frühgeschichtliche Himmelskunde ist eine Wissenschaft, die nicht an Hochschulen gelehrt wird. Diese Himmelskunde war auch die Religion unserer Vorfahren, denn Wissenschaft und Religion waren damals eine Einheit. Diese Religion, die Sonnenreligion, wird heute offiziell nicht mehr vertreten. Mit dem aufkommenden Christentum wurde unsere eigene Vergangenheit schrittweise ausgelöscht und durch eine volksfremde Denk- und Glaubensweise ersetzt. Es wurde genaugenommen unsere Identität ausgelöscht. Es bekennen sich heute einige heidnische Gruppen in unserem Land zum „Sonnenkult“. In Wirklichkeit ist aber die Zahl derjenigen, die sich ernsthaft und nachhaltig mit der „astralen“ Vergangenheit befaßt, sicher viel höher einzuschätzen. Unbemerkt geschieht ein Selbstfindungsprozess bei vielen sensiblen Menschen. Das Interesse an der Vergangenheit bringt diesen Menschen wieder längst vergessene Sonne-Mond-Visuren ins Bewußtsein. Diese Visuren (Ausrichtungen auf Gestirne, hauptsächlich Sonne und Mond) weisen auf uralte, heidnische Standplätze, Bildstöcke, Steinsetzungen, Hügel, Pflanzungen, Kirchen ... überall dort, wo der Mensch früher seine Liebe zum Leben und sein Wissen über die Welt zum Ausdruck gebracht hat.

Viele unserer Zeitgenossen unterschätzen die Bedeutung der frühzeitlichen Himmelskunde. Man „befaßt“ sich wohl mit Astronomie oder ihrer geschichtlichen Herkunft, oft auch mit großer Sorgfalt, ... dennoch bleiben die wesentlichen Zusammenhänge unerkannt. Das Problem liegt in der Aufteilung der Wissenschaft in viele Fachbereiche und in dem unzureichenden, fachübergreifenden Denken. Aber gerade das fachübergreifende (universale) Denken ist nötig, wenn tiefergehende Zusammenhänge über die Menschheit und ihre Geschichte erkannt werden sollen.

Der Einsatz moderner physikalischer Methoden in der Forschung ist ein Fortschritt. Erst damit war es möglich, längst vergessene Anlagen zu finden und genauer zu untersuchen. Aber zur Bewertung solcher Entdeckungen bedarf es eines gründlichen Wissens in Astronomie. Astronomie ist die älteste Wissenschaft. Sie zeigt mit ihrem jeweiligen Stand die Entwicklung des menschlichen Geistes. Die Beurteilung der frühzeitlichen Stätten ist deshalb nicht nur Sache der Historiker oder Heimatforscher. In unserem eigenen Interesse sind meistens weitergehende Betrachtungen angebracht, die von den „Fachleuten“ ignoriert werden. Das gilt besonders für die großen, bedeutenden Kultplätze in Europa.

Das berühmte „Stonehenge“ in Südengland ist eine „Sternwarte“ der Frühzeit. Sie ist, genauer gesagt, ein Sonne-Mond-Heiligtum oder noch anders: sie ist eine Zeitmeßanlage (Kalender) in höchster Vollendung. Alter ca. 4.900 Jahre. Die Bretagne (Nordwestfrankreich) war damals das größte Mondforschungsgebiet der Erde. Vielleicht wurden hier die Voraussetzungen für Stonehenge geschaffen. Auch in Norddeutschland standen solche Anlagen z.B. bei Detmold (Nähe der Externsteine) der „Sternhof“ auf Österholz oder in Mecklenburg der Steintanz von Bützow bei Boitin. Die größte Zeitmeßanlage der Erde steht in Westpreußen in der Tucheler Heide. Es sind die Steinkreise von Odry bei Konitz. Auch diese Anlage ist rund 4.000 Jahre alt.

In Bayern wurden vor einigen Jahren Grabenrondelle gesichtet mit Sonnenvisuren. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 31.12.91 von „Monumentalarchitektur mit astronomischer Orientierung“, die 2.000 Jahre älter sei als Stonehenge. Die Passauer Neue Presse bezeichnete diese Stätten als „die älteste Sternwarte der Welt“ (März 1992). Diese Grabenrondelle am Rand des Donautals zwischen Inn- und Isarmündung sowie in der Nähe von Viecht südlich von Landshut weisen mit ihren Achsen auf Sonnenpunkte am Horizont. Es sind tatsächlich Sonnentempel, wobei das Wort „Tempel“ zurückzuführen ist auf lateinisch tempus = die Zeit. Demnach waren Tempel ursprünglich Orte der Zeitmessung. Es fehlt hier der Platz, die vielen Sternwarten der Frühzeit aufzuzählen, die trotz der globalen Zerstörung durch das aufkommende Christentum heute noch bestehen. Nach Rolf Müller (1898-1981) gab es einst tausende solcher Kalenderbauten. Das Problem der Kalenderforschung damals bestand darin, den Sonnenkalender mit dem Mondkalender in eine Übereinstimmung zu bringen. Dabei ist der Mond das eigentliche Problem. Dadurch, daß seine Bahn um rund 5 Grad von der Ekliptik abweicht, macht er innerhalb von 2 Wochen größere Veränderungen am Himmel als die Sonne in einem halben Jahr. Deshalb sind auch die Finsternisse von Sonne und Mond unregelmäßig. Aber sie wiederholen sich nach etwas mehr als 18 Jahren. Man spricht vom Finsterniszyklus. Das Fremdwort dafür: Sarosperiode.

Der Mond ist der Schlüssel zur Frühgeschichte. Man bedenke, was das heißt, einen Kreislauf von mehr als 18 Jahren zu erforschen. Eine Schlechtwetterperiode konnte alles in Frage stellen. Die Erforschung dieses großen Mondkreislaufs gehört zu den größten Unternehmungen der Wissenschaft. Das war keine Sache einzelner Menschen oder einer Generation. Das war eine Sache von vielen Generationen und vor allem war dies eine Sache einer ganzen Völkergemeinschaft. Vom Ural bis Atlantik, von Skandinavien bis nach Nordafrika war der Himmel beobachtet und erforscht, das heißt, er war vollständig vermessen. Ohne Übertreibung kann man sagen, daß die Erforschung des Saros ein Jahrtausendwerk gewesen sein muß. Und die Erbauung von Stonehenge und anderer bedeutender, früher Sternwarten war der Höhepunkt, ja der krönende Abschluß einer langen wissenschaftlichen Epoche in Europa, deren Anfänge wir nur ahnen können.

Die Ur-Bevölkerung Europas - eine längst fällige Richtigstellung:

Es wird immer wieder behauptet, unsere Vorfahren seien Jäger und Sammler gewesen, also unstete Volksgruppen, die von einem Ort zum anderen gezogen sind. Die gab es sicher auch. Die Wikinger zum Beispiel. Aber diese ständig wandernden Menschen waren nicht die Gründer der Himmelskunde. Wenn jemand ständig woanders lebt, ist es völlig ausgeschlossen, den komplizierten Gang des Mondes mit der Sonne zu erforschen. Diese Vorgänge konnten nur seßhafte Menschen, also Bauern und Gärtner, aus dem immer gleichen Standort über große Zeiträume erkennen. So erhalten wir mit diesen Erkenntnissen den schlüssigen B e w e i s für die Seßhaftigkeit einer Urbevölkerung in Europa.

Immer wieder wird in Geschichtsdarstellungen geschrieben von den „Indogermanen“. Man bezieht sich auf das Sanskrit, auf die alte, indische Sprache. Was hat es damit auf sich ? Stammt die europäische Kultur tatsächlich aus Indien ? - Das Wort „indogermanisch“ hat der in Berlin gebürtige Orientalist Heinrich Klapproth 1823 geprägt in seiner Schrift „Asia polyglotta“. Dieser Begriff hat sich seither in die Köpfe vieler Menschen eingenistet. Der eine „Wissenschaftler“ übernimmt es vom anderen. Kaum einer denkt mehr darüber nach. Das Sanskrit beweist gar nichts, eher das Gegenteil, daß nämlich die altindische Sprache viele Begriffe aus der ur-europäischen Sprache übernommen hat (2). Der Begriff „indogermanisch“ ist Irreführung und entspricht der alten politischen Lüge des „ex oriente lux“, der Behauptung, daß die Europäer ihre Kultur aus dem Orient bzw. fernen Osten erhalten hätten. Leider lassen sich viele unserer Landsleute dadurch täuschen. Es gibt kaum Widerspruch, weil die politische Umerziehung weitgehend verwirklicht ist.

Dieses lokalspezifische Wissen über z.T. komplizierte Vorgänge am Himmel ist das Ergebnis von Beobachtungen vieler Generationen und konnte n i e m a l s importiert werden. Wir erkennen zweifelsfrei die uralte, selbstgewachsene, astrale Kultur unserer Vorfahren, die vor rund 5.000 Jahren ihren ersten großen Höhepunkt mit Stonehenge und ähnlichen Kalenderbauten hatte. Die Wurzeln dieser Kultur lassen sich nachweisen bis in die Eiszeit und noch früher. Die Gärtner und Bauern sind also die Gründer der ältesten Wissenschaft, der Himmelskunde, und somit die Gründer der Kultur allgemein. Dabei sei noch darauf hingewiesen, daß das Gärtnertum (Arbeit ohne Pflug) viel älter ist als das Bauerntum (mit Pflug). Der Pflug des Bauern war doch schon eine Erfindung des frühen Kapitalismus, als man dem Boden mehr abringen wollte oder mußte, als er von sich aus geben konnte. Der Gärtner braucht keinen Pflug. Es gibt andere Methoden der Bodenlockerung. Das Gärtnertum ist sehr viel älter einzuschätzen als das Bauerntum. Davon ist auszugehen. Auf diese Weise kommen wir wieder zu den Wurzeln unserer eigenen Kultur.

Literatur: 1) Rolf Müller „Der Himmel über dem Menschen der Steinzeit“ (1970), Springer-Verlag Berlin-Heidel- berg-New-York 2) Erhard Landmann „Weltbilderschütterung“ (1993), Wolke-Verlag 3) Karlheinz Baumgartl „Avebury - das größere Stone- henge“ (1996), Eigenverlag

 
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