Info 37
Das Runen - Futhorkh
Über den Ursprung der Schriftzeichen

Guido von List (4) schrieb: „Vor der Sprache kommen die Worte, welche die Sprache bilden, vor dem mehrsilbigen Worte das einsilbige Wort, vor diesem der einfache Laut, und so kommen vor den Schriftzeichen (Runen, Ziffern, Buchstaben, Heilszeichen, Glyphen, Sigille usw.), welche Laute, Silben, Worte, Sätze und alle weiteren Zusammenfügungen der Schrift zur Anschauung bringen, die Formen, welche eben diese Schriftzeichen in Erscheinung treten lassen.“ - Herman Wirth (3): „Die Kultsymbolik ist kein Gebiet vager, willkürlicher Mutmaßungen und Spekulationen, sondern eine streng methodische Tatsachenwissenschaft.“ - Die ältesten Sinnbilder stammen aus dem alten Germanien vor der Zeitenwende. Es sind dies der Kreis und das Kreuz,
ideographische Darstellungen von Raum und Zeit. Daraus haben sich die Runenzeichen entwickelt. Es sind erstmals geschriebene Gedanken. Zur allgemeinen Veranschaulichung wurden diese Zeichen damals in Buchenholz-Stäben geschnitzt und gelegt. Daraus entwickelten sich die Buch-staben und das Buch. Schon die Sprache gibt Hinweise.
Das Wort „Rune“ (althochdeutsch) bedeutet „heimlich flüstern, raunen“ - runa (gotisch, altsächsisch, altenglisch) bedeutet „Geheimnis, geheimer Beschluß, raunen (zuflüstern)“. Das ist in dem Sinne zu verstehen, dass die geistigen Inhalte dieser Zeichen nicht jedem Menschen zugänglich waren, sondern von den Himmelskundigen entwickelt und bewahrt wurden. Die Runen waren zunächst kosmische Ideogramme und waren als Einzelzeichen lange vor der Zeitenwende in Gebrauch. Ihre Entstehung ging einher mit der Entstehung der Himmelskunde. Das fertige „Runen-Futhorkh“ (das germanische „Alphabeth“) hat sich erst nach der Zeitenwende entwickelt. Im weiteren Verlauf entstanden auch Heilszeichen (Glyphen), Doppelglyphen, Hausmarken und Wappen. Im Mittelalter waren diese Zeichen in ganz Europa verbreitet, sodaß man trotz der vielfältigen Teilung Europas den einst geistigen Zusammenhang Germaniens erkennen kann.
Rudolf Gorsleben (2): „Das Runenalphabet oder Runenfuthorkh besteht aus 16 oder 18, in späterer Zeit noch aus mehr Zeichen. An der Hand von Odhins Runenlied der Edda lässt es sich wie folgt darstellen:

 

 

 

 

 

Name:
Zahlenwert:

 

 

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Das Charakteristische an diesem Schriftsystem ist die Logik, die diese Zeichen untereinander verbindet. Daher sind diese Ideogramme jederzeit jedem denkenden Menschen zugänglich. "Jede der Runen hat, gleich den Buchstaben in anderen Alphabeten, einen bestimmten Namen, der als einsilbiges Wort gleichzeitig ein Wurzel-, ein Keim- oder Urwort ist" (Gorsleben). Die zweisilbigen Runennamen machen hiervon nur eine scheinbare Ausnahme. Es ergibt sich aus der Einsilbigkeit dieser Namen, dass diese Buchstaben-Runen einst Bestandteil einer Wort- und Silbenschrift waren, bevor sie zu einer Buchstabenschrift wurden.
Die Runenzeichen entwickelten sich nicht nur in die Schrift, sondern auch in den Fachwerkbau (Runenhäuser) und in die Wappen (Heraldik). Sie haben dort ihren Einzelcharakter behalten. Manche dieser Zeichen sagen mehr aus als heute langwierige Ausführungen. Die ältesten Runen sind uns bekannt aus der Steinzeit von Felszeichnungen, Dolmengräbern, von Topfscherben und aus dem „goldenen Zeitalter“ (Bronzezeit). Zeugnisse für ihr Vorhandensein noch in „geschichtlicher“ Zeit finden wir bei Tacitus und Caesar.

Einige Beispiele sollen das Runen-System veranschaulichen: Die Hauptrune ist das Hagal (7), alle anderen Zeichen sind daraus entnommen (Gorsleben). Der einfache, senkrechte Strich I ist die Is-Rune (9). Sie steht für das Ich-Bewußtsein. Alles dreht sich um mich, denn ohne mein Bewusstsein wäre alles nichts. Um dieses Ich-Bewußtsein dreht sich das Kreuz (die Koordinaten) von Raum und Zeit. So kommen wir zur Haupt- und Lebensrune, dem Hagal (7). Zunächst mag dieses Zeichen dem gefrorenen Wasserkristall (dem Hagel) entnommen worden sein, denn das Leben kommt aus dem Wasser, und das Wasser ist die Grundlage des Lebens. Später, in der astralen (sternkundlichen) Epoche (vor ca. 5.000 Jahren) wurde das Hagalzeichen zum Ideogramm der Sonne (Info 38). Man unterschied zwischen Sommersonne und Wintersonne, nämlich zwischen dem männlichen, zeugenden Prinzip und dem weiblichen, gebärenden Prinzip. Beides zusammen ergibt wieder das Ganze, dargestellt im Hagal, ebenso die Man-Rune (15) und Weib-Rune (16), die zusammen neues Leben bewirkend, darstellen.

Ein anderer Gegensatz, der in deren Ergänzung zum Hagal führt, ist zunächst die Not-Rune (8). Es ist die Rune der Unfreiheit, des Schicksalhaften. Z.B. dass ich als Mann oder Frau geboren werde, ist schicksalhaft. Oder ein Unfall und wurde mit diesem Zeichen dargestellt, aus dem sich später das Rote Kreuz (die Unfallhilfe) entwickelt hat. Dagegen steht die Ehe-Rune (17) als Zeichen der Freiheit. Ein Teil des Lebens ist von uns zu gestalten: z.B. der freie Entschluß neues Leben zu zeugen, dargestellt in der Ehe-Rune. Erwähnt sei noch die Fa-Rune (1). Es ist die Rune der Tat: z.B. Va-ter, Fa-milie, Fa-brik. Die Os-Rune (4) zeichnet für das Kommende (Os-ten, Os-tern), die Bar-Rune (13) für das Tragende (die Bahre, Bar-bar-a, die Trägerin künftiger Geschlechter). Dagegen sind die „Barbaren“ eine Verteufelung unserer Vorfahren durch die Kirche.

Für diese Wissenschaft gibt es keinen Lehrstuhl, denn wir leben unter Besatzungsrecht. Weder die Alliierten noch der Vatikan haben Interesse daran. So befassen sich mit diesem nicht einfachen Thema Außenseiter jeglicher Art. Das hat den Vorteil, dass sehr verschiedene Gesichtspunkte angesprochen werden. Das hat aber auch den Nachteil, dass man in dem Wust von Meinungen zu ersaufen droht. Den Runen wird oft magische Eigenschaften zugesprochen. Dabei ist klar zu stellen: die eigentliche Wirkung dieser Zeichen geht von unserem Bewusstsein aus. Wenn wir den tiefen Gehalt dieser Zeichen kennen, dann wirken diese auch in uns. Sie prägen. Die Runen „raunen“ uns aus tiefer Vergangenheit ihre Aussage zu: bringe Sinn in Dein Leben! Lasse Dich nicht treiben! Mache Dich selber zur Ursache des Geschehens ! So gesehen können diese Zeichen (z.B. als Schmuckstücke getragen) im Leben hilfreich sein.

Die Verschlüsselung der Runen
Im Mittelalter, in der Zeit der Verfolgung der einheimischen Bevölkerung durch die aus dem Süden in unser Land drängenden „Priester“ und Nomaden hat man diese Zeichen als sein Bekenntnis gezeigt in Hausmarken, Wappen und im Fachwerkbau (Runenhäuser). So konnten sich verfolgte Menschen bei Gleichgesinnten in Sicherheit bringen. Mit der Zeit griffen die Verfolger härter durch (ab 1229 die Inquisition). So war es nicht mehr „üblich“, die Zeichen offen darzustellen, sodaß man diese nur noch verschlüsselt, verhehlt, verkahlt, also versteckt, in der Öffentlichkeit zeigen konnte. Aus der Not entstand eine neue Kunst, nämlich die Kunst der Verschlüsselung dieser Ideogramme. Ein Meister des Versteckens tiefer Wahrheiten war Albrecht Dürer (1471-1528). Bei ihm ist kein Federstrich Zufall. Er machte seine Kunst zur Ausdrucksform der Philosophie. Da der Kontinent Germanien (Europa) zunehmend unter die Macht der römisch-christlichen oder römisch-orthodoxen Kirche kam, blieb den Künstlern kaum ein anderes Forum als das der neu gebauten Kirchen. Insbesondere in der Zeit der Gotik wurden die germanischen Symbole und Runen (meistens verschlüsselt) in die Dome und Kirchen eingebracht. So findet man z.B. das Hakenkreuz (als „Vierpaß“ bezeichnet) in den Domen von Wien und Straßburg. Man findet das Hagal in allen Domen aus dieser Zeit, in Köln, Speyer, Naumburg, Magdeburg. In den Kirchen Europas erscheinen tausende ( ! ) Zeichen aus vorchristlicher Zeit. Es erscheint paradox, aber tatsächlich ist die römische Kirche der bedeutendste Träger germanisch-heidnischer Zeichen.


Literatur:
1) weiterführendes Informationsblatt Nr. 38 „Das Ideogramm der Sonne - das Wahrzeichen Alteuropas“
2) Rudolf Gorsleben „HOCH-ZEIT DER MENSCHHEIT“, Leipzig 1930, Faksimile-Verlag Bremen
3)Herman Wirth „Die heilige Urschrift der Menschheit“ (Symbolgeschichtliche Untersuchungen),
1931-1936 bei Koehler & Amelang GmbH, Leipzig, Nachdruck 1979 bei Mutter Erde eV, Frauenberg
4) Guido List „Die Bilderschrift der Ario-Germanen – germanische Hieroglyphik“, Guido-von-List Verlag, Berlin-Lichterfelde, 1922

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