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38 Das Ideogramm der Sonne Das Wahrzeichen Alteuropas |
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„Die Germanen verehren die Sonne, das Feuer und den Mond. Andere Götter kennen sie nicht einmal dem Namen nach“ (G. J. Caesar in „De bello gallico, lib. VI. 21). Unbewußt beschrieb Caesar, der Geschichtsschreiber unserer damaligen Gegner, den Kern der alteuropäischen (germanischen) Kultur. Der Kern dieser uralten, selbstgewachsenen Kultur war die Astronomie, die Himmelskunde, das umfassende Wissen um die Bewegungen von Sonne und Mond. Diese Astronomie ist als die älteste Wissenschaft die Wurzel unserer Kultur. Der Informationsbrief Nr. 24 behandelt den „großen Mondkreislauf“ über 18,61 Jahre. Dabei wurde die Methode der Horizontastronomie erläutert. Am Horizont wurden die Auf- und Untergangspunkte von Sonne und Mond mit Steinen markiert. Besonders schwierig ist die Bestimmung der Mondmarken, weil der Mond um die Ekliptik (= scheinbare Bahn der Sonne) um ca. +/- 5 Winkelgrade schwankt innerhalb dieser 18,61 Jahre. Diese Vorgänge sind kompliziert, weil sich kurz- und langfristige Veränderungen des Mondes überlagern. Die Erforschung dieser Vorgänge ist sicher ein Jahrtausendwerk gewesen und war vor ca. 5.000 Jahren abgeschlossen. Dagegen ist die Bestimmung der Sonnenmarken relativ einfach. Das soll hier zur Sprache kommen. Die Sonne bestimmt den Jahresablauf. Die Sonne ist der Ausgangspunkt der Zeitmessung. In der ursprünglichen Kalenderordnung begann der Jahreslauf der Sonne (und somit das Jahr) mit ihrem Tiefststand am Himmel, nämlich mit der Wintersonnenwende (heute am 21. Dezember). Es ist der Tag der längsten Nacht, der Weihe-Nacht, denn ab diesem Tag geht es wieder aufwärts mit der Sonne und dem Leben. Es ist das Fest der Wiedergeburt des Lichtes und der Wiedergeburt des Lebens. Das andere Extrem ist die Sommersonnenwende, heute am 21. Juni (Johannistag). Das ist der Sonnenhöchststand des Jahres. Jetzt hat die Sonne ihre volle Zeugungskraft entfaltet. Diese „festen“ Tage des Jahres wurden zu den „Festen“ der Menschen. Sie feierten in ihren Kultspielen und Ritualen den dramatischen Gang des göttlichen Gestirnes und zeichneten später daraus eine kosmische Ideographie, die diese Vorgänge in einfacher Weise dokumentierten. Diese Ideographie zeichnet zunächst die räumliche Orientierung: die Himmelsrichtungen Nord-Süd und Ost-West. Das ist die Grundlage des Kreuzzeichens. An dieses Kreuz „genagelt“ ist der Sonnengott, der im Winter durch seinen Niedergang den Tod erfährt. Alles Leben stirbt ab, ... um im Frühling - an Ostern - wieder aufzuerstehen. Es kommen hier die Wurzeln der christlichen Ideologie zum Vorschein. Alle großen Religionen gründen auf der Sonnenreligion. Die Sonnenreligion war d i e Religion der alten Welt. Dem Kreuzzeichen der vier Himmelsrichtungen überlagert war das „andere Kreuz“ (Andreaskreuz), das auch als Mehrungskreuz bezeichnet wird und in der Mathematik als Mal-Zeichen verwendet wird. Dieses Mehrungskreuz wird durch den Gang der Sonne erzeugt. Die Sonne vermehrt das Leben. Dieses Zeichen entspricht der zeitlichen Ortung (Ordnung).
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Am Horizont spielt sich dieses Geschehen alljährlich wie folgt ab: im Winter (zu Jahresbeginn bei Sonnentiefststand, heute am 21.12.) geht die Sonne im Südosten auf, steigt flach nach oben und geht im Südwesten unter a). Im Sommer (Sonnenhöchststand, heute am 21.6.) geht die Sonne im Nordosten auf, steigt steil nach oben und geht im Nordwesten unter b). Daraus ergeben sich die Teil-Ideogramme a und b. Aus den Teil-Ideogrammen ergibt sich schließlich c) das Ideogramm der Sonne (das Hagal, vgl. Info 37): Unsere Vorfahren haben zwei Sonnen verehrt: die Sommersonne, die männliche Sonne, die ihre Zeugungskraft voll entfaltet hat (Sonnenhöchststand, Sommeranfang). Die Franzosen sagen „der“ Sonne (le soleil), verehren also die männliche Sonne. Und wir Nordeuropäer sagen „die“ Sonne und verehren die weibliche Sonne, die Wintersonne, die neues Leben hervorbringende (gebärende) Sonne. Beides gehört zusammen. Alteuropa hatte die vollkommene, allumfassende Kultur. Es gab nicht das einseitige Patriarchat und nicht ein einseitiges Matriarchat. Es gab das Hiero-archat (Herrmann Dörr), in dem Mann und Frau gleichermaßen und jeweils ergänzend ihre naturgemäßen Aufgaben erfüllten. Alteuropas Hochkultur wäre ohne die Ausgeglichenheit der Geschlechter nicht möglich gewesen. Vielfach findet man das Ideogramm der Sonne in den Wappen aller Länder Europas. Auch wenn die Heraldik (Wappenkunde) erst im Mittelalter ihre volle Entfaltung erreicht hat, stammen die ältesten Wappen aus dem Altertum (Meyers Lexikon 1909) und gründen auf den jahrtausende alten Zeichen unserer astralen Kultur. Die auffallende Übereinstimmung der Ideogramme in Europa zeigt, daß es vor langer Zeit ein geistig vereintes Europa (Germanien) gegeben hat, lange bevor die Geld- und Kirchenleute begannen, den Kontinent zu zerstückeln, um die Völker zu beherrschen.Die Entwicklung der Heraldik ist vielschichtig. Gerade das sechsstrahlige Zeichen für die Haupt- und Lebens-Rune (Hagal) wurde immer wieder als gegenseitiges Erkennungszeichen gestaltet. Man hat seine Gesinnung und sein Bekenntnis zur alten Kultur zum Ausdruck gebracht und das gerade im Mittelalter, in Zeiten höchster Not. Der Adler als das Tier, das in seinem Flug der Sonne am nächsten kommt, sechsstrahlig gezeichnet, ist das Wappentier von Deutschland, Österreich, Polen und Rußland. Der Adler ist das Zeichen der Länder Preußen, Schlesien, Mähren bis Tyrol und vieler Städte und Dörfer. ![]() Zur Ergänzung dieses Kapitels dient auch das Info 37 (mit Literaturangaben) |
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