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Parsival und die Suche nach dem Gral
Mythos und Wirklichkeit

Das Hauptwerk Richard Wagners ist - vom Umfang des „Ring des Nibelungen“ abgesehen - der „Parsifal“. Höhepunkt dieses „Bühnenweihefestspiels“ ist die Enthüllung des Grals. Das Thema hat durch die Legendenbildung und die vielfältige Romanliteratur eine weite Verbreitung gefunden. Im allgemeinen - fast immer - wird das Thema des Grals mystifiziert. Das heißt, der Mythos (= die bildhafte Beschreibung von geschichtlich sich wiederholenden Gegebenheiten), wird vernebelt, die Botschaft der Überlieferung
wird ungenau dargestellt und kann daher nicht mehr verstanden werden. Laut Duden bedeutet „mystisch“
geheimnisvoll oder dunkel, „Mystik“ = Geheimlehre, „Mystifikation“ = Täuschung, „Mystizismus“ = Wunderglaube, und der Mystiker ist ein Glaubender, dem die Wissenschaft nur soweit gilt, als sie seinem Glauben dient. Es geht in der Mystik um Glaubensschwärmerei und n i c h t um Wissen. Mein Anliegen ist es, den Mythos zu ent-mystifizieren. Erst dann verstehen wir die Aussage der Überlieferung, können diese auf die Gegenwart übertragen und für einige Menschen nutzbar machen.

Das Gegenteil der Mystik ist die Natur-wissenschaft, denn sie „schafft Wissen“ statt Glauben. Die Astronomie ist die älteste Wissenschaft und somit die Wurzel unserer Kultur. Sie zeigt mit ihrer
Entwicklung durch die Jahrtausende zugleich die Entwicklung des menschlichen Geistes. Herman Wirth schrieb 1931 in „Die heilige Urschrift der Menschheit“, die Kosmologie sei die älteste Geisteswissenschaft. Er beschrieb die Menschen der Steinzeit als die „erstmalig zu vollem Bewußtsein gekommene Menschheit“. Aus dieser Zeit stammen die Wurzeln des Mythos von „Artur und den 12 Rittern der Tafelrunde“ als bildhafte Darstellung des 12-geteilten Jahreskreises. Es kommt hier der rein astronomische Hintergrund zum Vorschein. Der Mythos von Geburt, Tod und Wiedergeburt im Jahreskreis ist uralt und fand immer wieder seine Darstellung in Sagen und Märchen. Die ganze Symbolik der Tafelrunde um den Ritterorden mit Artur (Parsival) ist als eine Nachbildung der Welt geschaffen worden: so sind es genau so viele Vertreter der ordnenden Gewalt (12) als der Jahreskreis Ordnungspunkte aufweist. Jeder einzelne hat Herrschaft über einen Bezirk. In dieser Zwölferrunde kommt der auserkorene Platz dem König zu. Er ist der 13. in der Runde. Er ist der Dreh- und Angelpunkt. Er ist die oberste Funktion, der Mittelpunkt des Geschehens. Er ist der Weltkönig und steht somit gleichnishaft als Gralskönig in der Runde. Artur (Parsival) ist ursprünglich die S o n n e . Der Mond, als der Vertreter der Finsternis, des Dunklen und Widrigen, ist Teil des dramatischen Geschehens am (oder „im“) Himmel. Ostern ist das Fest des Mondes. Hier entstand der Gedanke der Aussöhnung der Gegensätze dadurch, daß die Sonne den Himmelsäquator wieder überschritten hat, während der Vollmond zur gleichen Zeit unter diesen gelangt ist. Während der Vollmond der Beherrscher des Winterhimmels war, übernimmt nun zu Frühlingsanfang die Sonne wieder die Regentschaft (Info 28). Die alte Ordnung ist wieder hergestellt.

Sicher haben diese Himmelskundigen bald erkannt, daß das Wissen um die Welt immer gefährdet ist durch oberflächliches Denken (durch Irrtümer) und durch bewußt eingebrachte Lügen (durch Täuschung). Also ist Wissen j e d e r z e i t vom Untergang bedroht. Das bestätigt die Geschichte: so war z.B. die Kugelgestalt der Erde schon zur Zeit des Pyramidenbaus bekannt, das Wissen ging verloren und wurde erst im 17. Jahrhundert neu erarbeitet. Ebenso das Wissen um die Präzession der Erdachse. Auch die Zerstörung der altgermanischen Sternwarten durch die jüdisch-christliche Mission führte zu den fatalen Folgen der allgemeinen Verirrung bis in die heutige Zeit. So war es im Laufe der Geschichte immer wieder
e i n z e l n e n Menschen vorbehalten, das Wissen neu zu entwickeln und unter die Menschen zu bringen. Das waren herausragende Denker und Reformer wie z.B. in Ägypten Amenophis IV (Echnaton), Pythagoras oder bei uns Giordano Bruno, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Walter Sommer (Ahrensburg, 1887-1985), Alexander Thom (England, 1894-1985), um nur einige der Jahrtausend-Erscheinungen zu nennen. Mit zunehmendem Verfall des hohen Wissens um die alte Himmelskunde hat man den Mythos um Parsival auch auf das menschliche Schicksal übertragen. Zeitlicher Höhepunkt dieser Neufassung ist das Mittelalter. Seither bedeutet die Suche nach dem Gral die ständige Auseinandersetzung mit Aberglaube und Lüge (die Macht der Finsternis).

Aber am Ende des menschlichen Reifeprozesses steht die Versöhnung mit sich und der Mitwelt. Der
Mythos beschreibt dieses Menschheitsproblem. Der Gral ist Sinnbild der Quelle körperlich und seelischgeistigen Lebens. Sein Verschwinden bedeutet den Verlust des Paradieses, den Verlust der menschlichen Reinheit und Unschuld. Die Suche nach dem Gral ist die Suche nach dem geistigen Zentrum des Menschen. In der bildhaften Darstellung des Mythos ist der Gral verborgen. Die Suche danach wird als „beschwerlicher Weg“ beschrieben. Aber schließlich führt die lebenslange Bemühung auf
den Berg des Grals (Mont Segur oder Mont Serrat oder Mont salvat, übersetzt jeweils als „der Berg des
Heils“). Der Berg ist Sinnbild für die Mühsal des Strebens nach Wissen. Oben angekommen ist das
Ziel erreicht.

Diese Auseinandersetzung zwischen Wissen und Unwissen, dieser ständige Kampf zwischen Licht und Dunkel, findet auch in der neuzeitlichen Wissenschaft statt. Sie findet allgemein in der menschlichen Gesellschaft statt. Ob das die Medizin ist (mit ihrem Irrglaube der Symptombehandlung) ... oder die Ernährungswissenschaft (mit dem Ignorieren vegetarischer Initiativen) ... oder der „wissenschaftlich“ betriebene Mißbrauch von Grund und Boden durch die sog. Landwirtschaft ... oder die Wirtschaftswissenschaft (mit dem Verschweigen der Hintergrundmächte). Noch mehr gelogen wird in der Politik und Geschichtswissenschaft. Letztere war doch immer die Darstellung der Machthabenden. Schon Napoleon nannte die offizielle Geschichtsdarstellung „eine Fabel“.

Warum aber ist die Wahrheitssuche nicht das allgemeine Ziel der Menschen ? Im Vordergrund fast aller Wissenschaftsrichtungen steht das G e l d und die daraus erwachsenden Machtstrukturen. Auch in der Physik geht es um viel Geld und Macht (Atomenergie, Atombomben u.a.), bei der die Wahrheitssuche natürlich kein Thema sein kann. Es geht auch um das Ansehen solcher Physik im Volk, die doch jedes Jahr große Summen von staatlichen Zuwendungen einfordert und erhält. Es wird deshalb nicht zu erwarten sein, daß man einmal entwickelte Weltbilder, seien sie noch so falsch, einfach durch neue Erkenntnisse ersetzt. Und so sind Irrtum und Lüge ständig präsent.

Den meisten Menschen wird dieser furchtbare Widerspruch in ihrem Leben nie bewußt. Sie sind stolz darauf, mit Atomuhren die Zeit auf milliardstel Sekunden genau messen zu können, ... dennoch leben sie in einem heillosen Durcheinander der Zeitordnung und ... wissen es nicht einmal. Gemeint ist das Kalenderwesen. Mit den aufkommenden Staatskonfessionen (z.B. des Judentums und des Christentums) wurden die altgermanischen Sternwarten (Zeitmeßanlagen) zerstört. Damit ging auch das Wissen um diese kosmisch-himmlische Ordnung verloren. Die von unseren Vorfahren geschaffene, vollkommene
Kalenderordnung, die das Jahr zur Wintersonnenwende (heute am 21. Dezember) beginnen ließ (Info 39), wurde vielfach verändert, verfälscht und immer wieder unvollkommen refomiert (zuletzt 1582 durch Papst Gregor). So kam es, daß heute dieselben Feste (wie z.B. Jahresbeginn, Ostern) in den verschiedenen Kulturen an verschiedenen Tagen gefeiert werden und daß viele Heiligenfesttage von ihrer ursprünglich kalendarischen Bestimmung verdrängt wurden aus Unwissenheit. Die heute gefeierten Feste der Menschheit stehen nicht mehr im Einklang mit der Natur. Diese globale Verirrung in der Zeitordnung wurde zum Teil unserer Wirklichkeit.

Die Frage nach der Zeit aber ist die wichtigste Frage des Menschen. Sie ist die Hauptfrage der Philosophie. Martin Heidegger (Philosoph, 1889-1976) sagte im Alter - wohl resignierend -, die Philosophie sei tot. Er brachte damit zum Ausdruck, daß diese entscheidende Frage des Menschen, die Frage nach der Zeit, nicht mehr oder nicht mehr gründlich genug gestellt wird. Anders gesagt: heute „philosophieren“ Fachphysiker und Esoteriker. Die Folgen sind schlimmer, als wir ahnen: „gekrümmter
Raum“, „rückwärtslaufende Zeit“, „mit Überlichtgeschwindigkeit rasende Galaxien“, „Schwarze Löcher“,
„andere Universen“, „höhere Dimensionen“
und ähnlicher Irrsinn wird laufend erzeugt und massiv unterstützt durch die Medien und Verlage. Ganze Industrien leben davon. Keine Zeit der langen Menschheitsgeschichte wurde so geprägt vom Aberglauben, von Irrtum und Lüge, wie die unsere. Wer nicht denken will, der glaubt und spinnt sich irgend etwas zurecht. Gerade durch die Technik werden Irrsinn und Lüge vervielfältigt wie nie zuvor. Die hohe Politik profitiert davon. Durch eine gigantische Sport- und Unterhaltungsindustrie lenkt man wirkungsvoll ab von den eigentlichen, tiefgreifenden Probleme im Land. "Brot und Spiele“ ist ein bewährtes Rezept der Machthaber. In der Astrophysik hat eine strenge Auslese zu einer Hierarchie geführt, in der die „Päpste“ a l l e s beherrschen. Um sie beim Namen zu nennen: das sind Prof. Elsässer (Heidelberg), Prof. Kippenhahn (Göttingen), Prof. Keller (Stuttgart), Prof. Lesch (München) mit vielen kritiklosen, opportunistischen Mitläufern. Walter Theimer schrieb im „Handbuch der naturwissenschaftlichen Grundbegriffe“ (Francke-Verlag 1986): „Sie beherrschen die Lehrstühle und dulden keine Kritik“. Diese Leute, die also keine Kritik dulden, verhindern systematisch ein neues Denken. In den Redaktionen der Fachzeitschriften prüfen anonyme Gutachter jede Eingabe einer Textvorlage sorgfältig auf ideologische Abweichungen. Die Einstimmigkeit in den Fachzeitschriften z.B. zur Theorie des Urknalls (die Behauptung, daß das ganze Universum aus einer gigantischen Explosion entstanden sei) ist auffallend. Diese Einstimmigkeit ist aber nicht etwa Ausdruck davon, daß sich alle Wissenschaftler einig seien über das Universum, sondern ist Ausdruck einer durchgreifenden Z e n s u r , die vorher alle mißliebigen Vorschläge aussortiert hat. Wie eine Dampfwalze walzt die „herrschende Lehrmeinung“ jeden besseren Gedanken nieder. Die Zunft solcher „Physiker“ erweist sich als eine Glaubensgemeinde, ähnlich wie die der christlichen, jüdischen, islamischen und esoterischen Glaubensgemeinden. Die Unterscheidung liegt nur in der Sprache und im Ritual. Eine denkunfähige, zudem noch unfreie Wissenschaft ist aber das Schlimmste, was der Menschheit passieren konnte. Die auf solche Weise irregeführte, gläubige Menschheit befindet sich laut SPIEGEL (1986) in einem „Irrgarten der Zeit“, wobei dieser Aufsatz sicher nur die Spitze eines gigantischen Eisberges von Irrsinn angesprochen
hat. Ein Ausweg aus dieser Not ist nicht erkennbar. Die Menschheit „glaubt“ ... oder sie „glaubt nicht“.
Beides ist fatal, weil es jeweils n i c h t um Wissen geht.

Diesen Mißstand kann natürlich nur derjenige erkennen, der selber anders denkt, der selber Dissident ist.
Denn erst dann merkt er, daß er kein Gehör findet in der Öffentlichkeit, daß er immer wieder behindert wird in seiner Meinungsäußerung, daß intrigiert wird von egozentrischen Machtspekulanten, denen die Wahrheitssuche nichts gilt. Haben doch diese ihre (Macht-) Position gerade dem Irrsinn zu verdanken. Solche Gesinnung mündet in die politische Verfolgung Andersdenkender, von den Lizenzmedien verschwiegen oder verfälscht und von einer unkritischen, gläubigen Menschheit gestützt. Deutschland ist das klassische Land politischer Verfolgung ! Das ist ein tragisches Kapitel in der Menschheitsgeschichte, daß sich die Mehrheit der Menschen auszeichnet durch Unfähigkeit im Denken und durch
Unwahrhaftigkeit, ... verführt durch Geld- und Machtgier. Auch Gleichgültigkeit, mangelnder Mut (Feigheit) und ganz einfach Faulheit im Denken haben die meisten Menschen geprägt bis ins kleinste Dorf.

Viele Menschen spüren diesen Widerspruch in der Wissenschaft und haben aus ihrem Zweifel sich ihre eigene Welt des „Denkens“ zurecht gelegt. So entstand die Außenseiterszene, die „Esoterik“, mit einigen guten Ansätzen. Während aber der Wissenschaftsbetrieb streng organisiert ist und sich noch gewissen Regeln der geistigen Auseinandersetzung widmet (wenn auch diese zu oft außer acht läßt), verlieren sich die meisten Esoteriker im führungslosen Spekulieren um eine „bessere Welt“, um „höhere Dimension“. Auf diese Weise verfallen auch sie dem Glauben. Auch die Esoterik hat erheblich zum geistigen Verfall der
Menschheit beigetragen. Jeder Irrglaube wirkt auf die Menschen wie ein Virus. Die meisten Menschen
werden davon befallen. Wie eine S e u c h e werden sie von irgendeinem Wahn ergriffen und gestalten daraus ihr Leben. „Wahn und nichts als Wahn!“ klagt Hans Sachs in „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner) und spricht damit das Grundübel an. Erst durch den Glauben (Aberglaube)
entstanden die großen Nöte unter den Menschen. Weltweit sind die Religionen der Gläubigen Ursache für die Angst, Neid, Intoleranz, für Verfolgung Anderstdenkender (z.B. die Inquisition), die Verbrennung von Menschen und Büchern, für die Kriege und daraus das unermessliche Leid unter der Menschheit. Die Kriege wurden und werden immer „im Namen Gottes“ geführt. Das sollen die Gläubigen einmal bedenken, die sich durch die Geistlosigkeit der „Geistlichen“, mit Weihrauch und Kerzenlicht haben einlullen (verführen) lassen.

Das ganze Ausmaß des allgemeinen Irrsinns ist schwer zu beschreiben. Diese Menschen üben Yoga, stehen auf dem Kopf, sie fasten und üben alle möglichen Verrenkungen, rennen in der Gegend herum („Jogging“), besuchen „Fitness-Zentren“ oder eine der vielen Kirchen. Sie glauben an irgendwas, an ihren Körper, an den „Lieben Gott“ oder an das Gegenteil. Nur eines tun sie nicht: Denken ! Würden sie nur einen kleinen Teil der Zeit, die sie für gymnastische Verrenkungen aufbringen, für die geistige Schulung verwenden, dann wären die Verhältnisse unter der Menschheit sicher besser. Das Übel ist die Unwissenheit der vielen Menschen und der Fanatismus im Glauben. Die Theologen leben davon.
Die Dummheit ist ihr täglich Brot. Theologen und Sektenführer sind die Folge solcher Mißstände. Der Papst ist die Krönung. Es ist ein theologisches Übel, das die ganze Menschheit plagt, ob christlich, jüdisch, islamisch ... oder pseudowissenschaftlich, denn „der größte Feind der Menschheit ist der Aberglaube“ (Francois-Marie Voltaire, 1694-1778). Und der wird durch Religionsführer gepflegt. Ob die Menschen sich als „auserwähltes Volk“ wähnen, oder an die leibhaftige Himmelfahrt der Maria oder an Christus Jesus glauben, oder an den „Urknall“ oder an Schwarze Löcher oder an das Bermuda Dreieck oder an die Außerirdischen ... ist einerlei. Solche „Menschen“ haben ihre eigentliche Bestimmung (Mensch = lat. mens
= Geist) verloren ! Sie wurden zu Nicht-Menschen, zu Unmenschen.

Die meisten Menschen sind geistig-seelisch zerstört. Ihr „Denken“ begrenzt sich auf den Gelderwerb und auf die Technik. Schon unsere Kinder werden verantwortungslos dahin erzogen (mit Monopoly und Computer). Es gibt keine Untersuchung über das ganze Ausmaß des geistigen Schadens. Man bedenke auch: zwei furchtbare Weltkriege, danach die Schädigung durch die Maßnahmen der Siegermächte und dazu ein mörderisches und geisttötendes Berufsleben, haben die Menschen so tief enttäuscht, entkräftet, entmutigt, geprägt, ... daß sie für die Glaubensorganisationen (Kirchen, Sekten) geradezu optimale Opfer
darstellen. Gäbe es keine Kirchen und Sekten, dann müßte man sie eigens dafür erfinden. „Glaubt ... und ihr werdet erlöst bei uns !“ Das ist das allgemeine Versprechen der auf Hochschulen ausgebildeten Verführer. So lockt die versprochene Hilfe aus dem „Jenseits“ oder die „Reinkarnation“ der Esoteriker. Sie schlüpfen einfach in eine neue frei erfundene Identität. Sie sind dann - geistig gesehen - nur noch lebende Leichen, die leicht zu manipulieren sind. Sie sind willfährige Arbeiter und Zahlende. Sie sind nichts anderes als neuzeitliche Sklaven. Und jeder einzelne, verirrte Mensch stärkt den Strom dieses Zeitgeistes.

Für FRIEDRICH NIETZSCHE (1844-1900) ist das reine Denken eine Ausnahmeerscheinung. Für die meisten Menschen ist der Anspruch, eine reine Wahrheit im metaphysischen Himmel auszusprechen eine Mystifikation und nichts anderes. Der Metaphysiker aber hat den Tod gewählt ! Wer Metaphysik betreiben will, der liebt Gott, aber will nicht leben ! Er kann das Leben nicht ertragen. Und er macht sich mit großer philosophischer Eleganz davon frei, etwas a n d e r e s zu finden, was sich nennt „eine andere (bessere) Welt“ oder „das höhere Leben“ oder „andere Dimensionen“ oder „Gott“ ... und aus all dem die passende Moral. Jede Art solcher Metaphysik ist dazu bestimmt, dem Leben im Hier und Jetzt den Schwerpunkt zu nehmen. Täuschen wir uns nicht: diese ganze philosophische Konstruktion dient nur dazu, die unbewußte Tatsache zu verbergen, „ich kann das Leben nicht ertragen“. Also dann erfinde ich ein „anderes“ Leben und all dies aus greifbaren Gründen: diese philosophische Konstruktion soll eine armselige, verbrauchte Existenz verbergen, nämlich die des „Philosophen“, der sein eigenes Leben verneint.

Die Suche nach dem heiligen Gral.
Was bedeutet sie heute ?
Wo sind die Ritter des geistigen Ordens, die gegen den zerstörerischen Zeitgeist angehen ?
Wer sind die Hüter des Grals ?

Ein altes Sprichwort sagt: „Wer zur Quelle gelangen will, muß gegen den Strom schwimmen“. Wer also ernsthaft nach Wahrheit sucht, der muß den beschwerlichen Weg der ständigen Auseinandersetzung gehen. Er wird damit zum Anwalt der Wissenschaft und zum „Hüter“ (Beschützer) des h e i l i g e n Wissens um die Welt. So gelangt dieser suchende Mensch auf den Berg der Erlösung, was nichts anderes bedeutet als seine Lösung von sklavischen Bindungen. Diese Lösung beginnt mit der einfachen Lebensweise,
zunächst mit der vegetarischen (pflanzlichen) Ernährung, setzt sich fort im Bestreben, die Nahrungsmittel weitgehend selbst aus einem Gartenland zu erzeugen und führt schrittweise in die Unabhängigkeit. Langfristig wird auch ein Beruf (Gelderwerb) anzustreben sein, der mit diesen hohen Idealen im Einklang steht.

Das Ziel des menschlichen Entwicklungsweges ist nicht ein „Glaube“, sondern über den Lernprozess Erkenntnisse zu gewinnen, die uns befreien aus der Bevormundung (Versklavung) durch Staat und Kirche. Unser Ziel ist schrittweise und unaufhaltsam aus der Fremdbestimmung die Selbstbestimmung anzustreben.

Die Verkündung dieser Wahrheit bedeutet in der Symbolsprache „die Enthüllung des Grals“, alljährlich von uns gefeiert an Ostern, dem Fest der „Auferstehung“ der wiederbelebten Natur. Der Kar-frei-tag ist der „Karma-Freitag“, der uns befreit vom äußeren „Karma“ staatlichkirchlich vorgeschriebener Verhaltensweisen.

Ein neuer Mensch ist im Kommen. Das ist nicht aufzuhalten. Das Alte zerbricht, das Neue wächst. Diese Dinge geschehen immer. Der alte Mensch hält in seinem Zerstörungsdrang nicht inne. Aber er zerstört auch sich selbst. Jeder Irrsinn birgt in sich den Keim der Selbstzerstörung. So erhält das wahrhafte Leben wieder seine Chance. Dem neuen Menschen geht es um das wahrhafte Leben. Er fühlt sich dem Leben verpflichtet, und er ist nicht käuflich. Dieser Mensch ist frei von Politik, Theologien und pseudowissenschaftlichem Kram. Er ist nicht ohne Wissenschaft, aber er wirkt aus der eigenen Erfahrung. Dieser Mensch lebt aus der Natur ... ohne sie auszubeuten. Und er verwirklicht das Mögliche ... ohne das Unmögliche zu verdammen.

Heute ist der Geist herzlos und das Herz geistlos geworden. Es wird jetzt offenbar: Liebe ohne Geist ist blind ! Sie verzehrt sich nur und muß am Ende mit tiefer Enttäuschung feststellen, daß sie nicht nur nichts Gutes erbringt, sondern sogar noch in ihrer geistlosen Ahnungslosigkeit das Böse hätschelt und fördert. Demgegenüber steht Geist ohne Liebe. Dieser ist kalt, berechnend, hochmütig und damit zerstörerisch. Ein wirklich befreiendes und heilsames Handeln setzt ein klares und gründliches Denken voraus. Daraus entsteht wieder das einigende Band zwischen Liebe und Geist. Ein solches Leben wird zu einer einzigen D a n k s a g u n g an die schöpferische Kraft.

 
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