|
Walter Sommer |
|
|
|
|
|
Das Entwicklungsgesetz der Kulturvölker Deutschland und große Teile Europas und der Welt stehen vor der Frage, wie beschaffen wir die Nahrung für die Millionen hungriger Menschen. Die berufenen Kreise der Nahrungsmittelerzeugung aus Landwirtschaft und Nahrungsmittelverarbeitung, der Nahrungsmittelhandel, die Ministerien und Regierungen der Völker stehen immer wieder vor der schier unlösbaren Aufgabe: Wie stillen wir den Hunger und erhalten die Menschen in guter Gesundheit und körperlicher Leistungsfähigkeit? Wir, die augenblicklich Betroffenen, könnten in unserer Not gar zu leicht auf den Gedanken kommen, die Menschheit stünde heue zum ersten Male vor einer solchen Notlage. Das ist aber keineswegs der Fall. So weit wir die Geschichte der Menschheit zurückverfolgen können, d. h. während der letzten 6.000, vielleicht auch 8.000 Jahre, sehen wir in stetig fortschreitender Entwicklung die Tatsache, daß weite, einst sehr fruchtbare und in hoher Blüte stehende Landschaften verödeten und zur Wüste wurden, von denen in geschichtlich nachweisbaren Aufzeichnungen und Überlieferungen und durch Erforschung der Trümmerberge bekannt ist, daß dort große Volksmassen in oft volkreichen, ja, Millionenstädten lebten und ihr Auskommen fanden. Was ist nun der wirkliche Grund und die tatsächliche Ursache, daß Landschaften wie die Gebiete um und zwischen den zwei Strömen Euphrat und Tigris, große Teile Arabiens und Palästinas, die Länder der Nordküste Afrikas und die das Mittelmeer säumenden Staaten Europas die einstigen Bewohnermassen nicht mehr ernähren können und zur Wüste wurden oder verkarsteten? Warum mußten die dort einst lebenden Völker entweder dem Hunger weichen oder aussterben? Die europäischen Mittelmeerländer stagnieren schon seit Jahrhunderten, weil sie nicht einmal die bescheidensten Ansprüche ans Leben befriedigen und eine sich vermehrende Bevölkerung nicht mehr satt machen können. Mit anderen Worten heißt das: Die Nahrungsmittelbeschaffung für die nach unseren Begriffen hoch entwickelten Kulturvölker ist nicht erst heute ein schweres Problem, sondern war es mehr oder weniger zu allen geschichtlichen Zeiten. Warum das so ist und warum ganze Völkerschaften heute am Hungertuche nagen, will ich im Folgenden aufzeigen: Die Bewohner der vorerwähnten Landschaften lebten und leben heute noch genau wie die europäischen Völkerschaften von Tierfleisch, aus dem Kadaver geschlachteter oder erlegter Tiere oder gefangener Fische gewonnen, und daraus hergestellten Erzeugnissen wie tierische Fette, Wurst und Fleischwaren und von den Erzeugnissen der lebenden Tiere, wie Milch, Butter, Käse, Eier usw. Als Ergänzung dazu in ärmeren Bevölkerungsschichten oft auch als vorwiegende Nahrung dienen Getreideerzeugnisse wie gebackenes Brot, gekochte Grützen und Breinahrung. Diese scheinbaren Grundlagen werden ergänzt durch gekochte, gebackene, gesalzene oder gesäuerte Gemüsezubereitungen aller Art. Als Leckerei ißt man dann noch hin und wieder etwas Obst, meistens gekocht, manchmal roh. Wir sind von Kindesbeinen an gewohnt, die aufgezählten Erzeugnisse des Ackerbaues und der Viehzucht als Nahrungsmittel zu betrachten, die uns gesund und leistungsfähig und körperlich und geistig rege erhalten sollen. Wir glauben das wenigstens annehmen zu müssen, da wir kaum je von einem Menschen gehört haben, der sich anders nährte. Wir glauben, diese Nahrung erhält uns gesund und leistungsfähig. Was zeigt uns die Wirklichkeit aber, wenn wir uns unter unseren Mitmenschen mit offenen Augen umsehen? Zuerst fällt uns auf, daß in den letzten hundert Jahren, also in der Zeit, wo bei uns die vom Tier stammenden Erzeugnisse zur bevorzugten Volksnahrung wurden, die Krankheiten und Gebrechen zunahmen. Anstatt daß die Bevölkerung gesunder und kräftiger wurde, wuchsen die Krankenhäuser nur so in die Höhe und nirgends rechten sie hin, um die stets zunehmende Zahl der kranken und siechen Menschen aufzunehmen. Es wurden gleichzeitig immer neue Methoden entwickelt, um den Ursachen der Krankheiten auf die Spur zu kommen. Man verdächtigte und bekämpfte Mikroben und Bazillen, man behandelte durch wirksam sein sollende Einspritzungen und immer neuen Medikamenten. Aber die Krankheiten nahmen zu und sind bald nicht mehr zu bewältigen. Gleichzeitig vermehrten sich die Nervenheilanstalten und Irrenhäuser und die Zahl der verbrecherischen Elemente wuchs derartig an, daß auch ein noch so vermehrter Bau von Gefängnissen und Zuchthäusern die Zahl der Entarteten nicht mehr aufnehmen konnte. Mit anderen Worten heißt das: Es trat das Gegenteil von dem ein, was man als Folge einer gesunden und natürlichen Nahrung erwarten sollte. Damit erhebt sich dann riesengroß vor uns die Frage: Sind die landesüblichen Ernährungsgewohnheiten der Kulturvölker biologisch richtig? Entsprechen sie den natürlichen Gesetzen der Lebenserhaltung, nach denen sich alle Geschöpfe der Erde richten müssen oder zugrunde gehen?! Welches sind die biologischen Gesetze der Lebenserhaltung? Wir kennen auf der Erde vier Erscheinungsformen des Lebens. Es sind zum ersten die Pflanzen aller Art vom einfachsten Gras bis zum riesengroßen Baum, zum andern die dem Pflanzenwuchs verhafteten Insekten und Würmer, zum dritten die Tiere aller Art vom Fisch und Vogel bis zum hochentwickelten Säugetier und zuletzt der Mensch. Die Grundlage der Erhaltung allen Lebens ist die Erde, richtiger die oberste von den Strahlen der Sonne und der Gestirne getroffene und die die in diesen Strahlen wirksamen Kräfte aufnehmende Schicht der Erdhaut. Aus dieser obersten allen Witterungseinflüssen zugänglichen Erdschicht wachsen Gras, Kraut und fruchttragende Sträucher und Bäume aller Art. Sie bringen in jeder Wachstumsperiode immer von neuem eine schwerwiegende Masse von Blättern, Früchten und Samen hervor. Diese ermöglichen die Entstehung und Aufrechterhaltung des Lebens der Insekten, der Tiere und des Menschen. Ohne Pflanzenwuchs gibt es kein höher entwickeltes Leben. Diese Grundwahrheit steht fest und braucht nicht bewiesen zu werden. Doch wird diese Grundwahrheit von den sich gewohnheitsmäßig und landesüblich ernährenden Menschen nicht erkannt und besonders seine eigene Ernährung betreffend nicht anerkannt. Er beruft sich dabei auf das Beispiel der Raubtiere. Wir müssen uns darum den Unterschied zwischen den pflanzenfressenden und den vom Fleisch anderer, gerissener Tiere lebenden Raubtieren klarmachen. Da ist zunächst das Gebiß, das Werkzeug, mit dem das Tier seine Nahrung erlangt und zum Verzehr vorbereitet. Die pflanzenfressenden Tiere bilden die eigentliche Tierwelt; denn die kleine Gruppe der Raubtiere fällt ihnen gegenüber, was Zahl und Größe anbelangt, kaum ins Gewicht. Die Pflanzenfresser haben im Verhältnis zu ihrem Kopf ein kleines Gebiß. Auch die größten unter ihnen wie Kühe, Pferde oder Elefanten können ihr Maul kaum weiter öffnen als notwendig ist, um Grasbüschel oder ein Büschel Blätter zwischen die Zähne zu bekommen und abzubeißen oder abzureißen. Ja, der riesige Elefant kann sein Maul nur soweit öffnen, daß er gerade ein mit dem Rüssel abgerissenes Büschel Laub oder Gras in das Maul schieben kann. Die Zähne aller dieser pflanzenfressenden Tiere sind flach mit gerader Oberfläche, so daß die abzureißenden Pflanzen festgehalten und weitergegeben werden können. Würden sie spitz sein, dann würde das Gras zwischen den Lücken nicht abgebissen werden können. Die Backenzähne sind gleichfalls flach und mit breiten Mahlflächen versehen. Dadurch kann die pflanzliche Nahrung schon im Maule gründlich zerkleinert und zermalmt werden. Das Gebiß der kleinen Gruppe der Raubtiere ist grundlegend anders geartet. Die Zähne derselben sind n i c h t flach und der obere Rand derselben n i c h t gradlinig, sondern sie sind spitzig und mit scharfer Oberkante versehen. Die Backenzähne zeigen k e i n e breiten Mahlflächen, sondern sind dreikantig und spitz. Ja, die vorderen Schneidezähne werden auf beiden Seiten durch ein paar mächtige aus den Kiefern herausragende Reißzähne ergänzt, die sich beim Ansprung auf ein Tier tief in den Nacken oder in die Kehle des Opfers einsenken und mit denen tödliche Wunden beigebracht werden können. Das Maul eines Raubtieres kann im Gegensatz zum Maul der Pflanzenfresser soweit aufgerissen werden, daß der Kopf des Beutetieres oder sein Nacken glatt umspannt und mit wuchtiger Kraft zermalmt werden kann. Die dreikantigen spitzen Zähne des Raubtieres dienen nicht und in keinem Fall dazu, die aufgenommene Nahrung zu zerkleinern, um sie dann gut gekaut und eingespeichelt zu schlucken oder gar wie bei den Wiederkäuern sie nach einer Vorbereitung im Pansen wieder hochkommen zu lassen und sie nochmals zu zerkauen. Die Zähne des Raubtieres dienen einzig und allein zum Zerreißen der Fleischfetzen und zum Zerkleinern der Knochen. Das Raubtier kaut die aufzunehmende Nahrung nicht, sondern verschlingt, die abgerissenen Fleischfetzen in ganzen Stücken. Die Verdauungssäfte des Raubtieres vermögen nicht nur Fleischfetzen, sondern auch Knochenstückchen ohne weiteres aufzulösen und zu verarbeiten. Wer von den Lesern nun glaubt, daß sich sein kleiner Mund, der sich nur einige Zentimeter öffnen läßt, und seine Zähne, die nur klein und flach und mit breiten Mahlflächen versehen sind, mit dem Rachen eines Raubtieres vergleichen lassen, dem kann man biologische Lebensgesetze nicht erklären. Der muß in seiner Unwissenheit verharren und die aus seiner Ernährung entstehenden Krankheiten und Gebrechen tragen. So gewaltig der Unterschied im Bau der Zähne und des Maules zwischen einem pflanzenfressenden Tiere und einem Raubtiere ist, so groß und auffallend ist auch der Unterschied zwischen den Verdauungsorganen und deren Säften. Dieser ist bedingt durch die Art der Nahrung und deren Zusammensetzung. Das eine Tier lebt ausschließlich vom Pflanzenwuchs, das andere nährt sich vom Fleisch, den Knochen und der Haut anderer Tiere. Was ist nun der grundlegende Unterschied dieser verschieden gearteten Nahrung? Untersuchen wir die Pflanze auf ihren Gehalt, so haben wir vor uns ein Gebilde, dessen Grundlage und Bestand auf Zucker aufgebaut ist. Zucker ist die Verbindung von Kohlenstoff (Kohle), Wasserstoff (Hydrogen) und Sauerstoff (Oxyde). Der Chemiker nennt diese Verbindung ihren Bestandteilen nach Kohlehydrat, da die Verbindung zwischen Wasserstoff und Sauerstoff chemisch Hydrat genannt wird. Wenn also in unserer heutigen Nahrungsmittelchemie oder in den Tabellen der Nahrungsmittel von Kohlehydraten die Rede ist, dann ist zuerst an das zu denken, was man gemeinhin Zucker nennt. Die Pflanze baut sich auf aus Zuckergrundlagen. Im Saft aller Pflanzen findet sich Zucker, gemischt mit mehr oder weniger Säurezusatz, wie z. B. Gerbsäure oder Oxalsäure, die zum Teil als Vorstufen bei der Entstehung der Zuckerarten anzusehen sind. Es findet sich die Gerbsäure mehr in den Blättern der Bäume und die Oxalsäure mehr in den Kräutern am Boden. Die einzelnen Pflanzenteile sind aufgebaut aus Zucker, verbunden durch Kittstoffe aus Erdmineralien wie Kalk, Silicium (Kieselsäure), Kalium, Natrium und verschiedenen anderen Erdmineralien bestehend. Ein pflanzenfressendes Tier muß dementsprechend fähig sein, die Zuckerverbindungen aus dem Saft der Pflanzen herauszulösen und zum Aufbau seines eigenen Körpers zu verwenden. Es muß die im Zucker gesammelten atomischen Kräfte, aus den beim Aufbau der Pflanzen eingesogenen Sonnen- und Lichtkräften bestehend, zur Kraft- und Wärmeentwicklung verwerten. Gleichzeitig muß es die Zuckerstoffe in den Lebensvorgängen der Lungen und des Körpers und den bei diesen entwickelten Säften so umzuformen und zu verwandeln in der Lage sein, daß daraus sowohl die im Körper benötigten Fette als die zum Aufbau der Muskeln, Knochen und Nerven benötigten Stickstoffgebilde (die sogenannten Eiweißstoffe der Nahrungsmitteltabellen) entstehen können. Ein von Gras, Kräutern und Blättern lebendes und sich ernährendes Tier hat doch gar keine Möglichkeit, Fette und Eiweißstoffe in sich aufzunehmen. Es m u ß diese aus den Zuckerstoffen im Pflanzenwuchs s e l b s t aufbauen. Wie der tierische Organismus aus den Zuckerstoffen und den Erdmineralien der Pflanze Fette und Eiweißstoffe tatsächlich bildet, ist auch den besten Wissenschaftlern mit den besten biologischen Untersuchungsmethoden noch Geheimnis geblieben. Wir wissen nur, daß auf der Innenseite des Darmes im Speisebrei sich wohl aufgelöste Eiweißgrundlagen des Pflanzenwuchses wie z.B. die in den Keimzellen der Samen und die in den Blattgrünkörperchen vorhanden sind. Diese aber sind in den Magensäften soweit gelöst, daß man nur noch von Eiweißtrümmern reden kann. Auf der andern der dem Körperinnern zugekehrten Seite des Darmes finden sich keine Eiweißtrümmer oder deren Zusammensetzungen vor, sondern nur absolut fertige, dem Charakter des betreffenden Tieres angepaßte und entsprechende Eiweißgebilde. Es muß eine vollständige Neubildung, eine Verwandlung stattfinden, da eine Neubildung aus Trümmern kaum möglich ist. Diese Neubildung ist so erstaunlich und unergründlich, daß wir Menschen sie mit unseren ach so kläglichen Untersuchungsmethoden im Vergleich zu den natürlichen Wachstumsvorgängen bisher nicht nachweisen konnten. Wie die Eiweißgebilde, die Eiweißmoleküle, den verschiedenen Zwecken in den verschiedenen Organen entsprechend immer richtig aufgebaut- werden, dem Charakter jedes einzelnen Menschen und jedes einzelnen Tieres und dem Zweck der einzelnen Organe, der Muskeln oder der Knochen entsprechend von verschiedenem Charakter; das wissen wir nicht. Kein noch so weiser Wissenschaftler der Anatomie oder Biologie hat es bisher ausfindig machen können. Wir stehen vor einem Rätsel. Trotzdem aber behauptet die Nahrungsmittelkunde, daß der Mensch Eiweißstoffe vom Tier und deren Fette aufnehmen müßte, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Wir wissen aber aus Erfahrung, daß ein pflanzenfressendes Tier kräftige Muskeln und starke Knochen bilden und viel Fett ansetzen kann, ohne je etwas anderes als Gras und Kräuter gefressen zu haben. Ja, es wird uns kaum möglich sein, ein solches Tier auf natürlichem Wege dazu zu bringen, verwesendes Fleisch aus geschlachteten Tieren anzurühren oder gar zu verschlingen. Füttern wir es damit zwangsweise, so wird es schnell krank und geht ein. Das Raubtier ist auf ganz andere Nahrung eingerichtet und hat deshalb auch ganz andere Verdauungssäfte wie die Pflanzenfresser. Das Fleisch und die Knochen, die es verzehrt, bestehen nicht wie die Pflanze aus Zuckerstoffen, sondern aus Eiweißgebilden in Verbindung mit Mineralstoffen. Diese Eiweißgebilde dienten im tierischen Organismus dazu, den in den Zuckerstoffen der Pflanze gespeicherten Kräften und Energien einen Platz und eine Gelegenheit zu geben, sich zu entfalten. Die, chemisch gesehen, recht umfangreichen und im Verhältnis zu den Zuckerstoffen der Pflanze sehr festen Eiweißgebilde des Tierkörpers bedingen ihrer Natur nach zu ihrer Auflösung in den Verdauungsorganen ganz anders gearteter Säfte und Lösungmittel als solche, die wir in den Verdauungsorganen der Pflanzenfresser vorfinden. Die Magen- und Verdauungssäfte des Raubtieres sind so scharf und fleischlösend, daß auch der härteste und dickste Knochen, den das Tier noch eben schlingen konnte, in weniger als einer halben Stunde verflüssigt und aufgelöst werden kann. Auch die dicksten Fleischbrocken werden in kürzester Zeit verflüssigt und aufgelöst. Ein Pflanzenfresser ist dazu von Natur aus überhaupt nicht fähig. Es ist ungefähr so, als ob wir versuchen wollten, einen für Benzin gebauten Ottomotor mit Schweröl, für Dieselmotoren bestimmt, in Betrieb zu setzen. Der Ottomotor wird dabei, selbst wenn er anspringen sollte, bald versagen. Wie müssen wir uns die Vorgänge bei der Verarbeitung der Eiweißstoffe im Verdauungsvorgang des Raubtieres denken, um zu gültigen Schlüssen zu kommen? Wir sahen, daß auch im Pflanzenwuchs vorkommende Eiweißgebilde im Magensaft der Pflanzenfresser aufgelöst und in Eiweißtrümmer, die sogenannten Aminosäuren, zerlegt werden. Diese Eiweißtrümmer dienen dann aber nicht zum Aufbau neuer Eiweißgebilde, sondern sie werden auf der andern Seite des Darmes im Körperinnern überhaupt nicht mehr gefunden. Dort gibt es nur fertige Eiweißgebilde der Natur des betreffenden Tieres entsprechend oder auszuscheidende stickstoffhaltige Harnstoffgebilde und lösliche Harnsäure. Beide müssen auf schnellstem Wege den Nieren zugeführt und von diesen aus dem Körner ausgeschieden werden, wenn das Tier nicht an den eigenen Abfallstoffen ersticken soll. Die Vorgänge im Körper des Raubtieres bei der Auflösung des verschlungenen Fleisches und der verschlungenen Knochen sind die gleichen. Auch der Körper des Raubtieres kann wie der Körper der Pflanzenfresser nur aus Zuckerstoffen gebildet werden. Das Raubtier verschlingt deshalb zuerst und mit besonderer Gier den Inhalt des Magens mit seinen halbverdauten Pflanzenresten, dann erst die Knochen und das Fleisch. Die halbverdauten Pflanzenreste verdaut der Raubtiermagen ohne weiteres und diese werden dann sofort vom Körper aufgenommen und in ihm eingebaut. Aber auch von den Eiweißgebilden des Fleisches und der Knochen können n u r die Zuckerbestandteile, nicht aber die stickstoffhaltigen Teile zum Aufbau benutzt werden. Die biologischen Grundgesetze zum Aufbau des Tierkörpers sind die gleichen. Nur der Weg ist der Nahrung entsprechend ein anderer. Es werden daher die Eiweißgebilde des Fleisches im Raubtiermagen gelöst in zuckerhaltige Bestandteile und in stickstoffhaltige Resttrümmer, den sogenannten Aminosäuren. Diese Aminosäuretrümmer wandeln sich nach dem Durchgang durch die Darmhaut im Innern des Raubtieres sofort in unschädlichen Harnstoff und in lösliche (kolloide) Harnsäure um. Diese muß wiederum auf schnellstem Wege durch die Nieren ausgeschieden werden. Die aufgezeigten Vorgänge werden erhärtet und bewiesen durch die Tatsache, daß die Haut der Raubtiere ganz anders geartet ist, wie die der Pflanzenfresser. Die Pflanzenfresser entwickeln im Sommer und bei angestrengter Arbeit durch die erhöhte Muskeltätigkeit viel überschüssige Wärme im Innern des Körpers. Diese wird durch Schweißausbruch nach außen geleitet und das Tier wird durch die Verdampfung und Verdunstung des Schweißes abgekühlt, ohne daß irgend welche Nachteile und gesundheitliche Schäden entstehen. Die Haut des Raubtieres ist nun so eingerichtet, daß ein Schweißausbruch auch im heißesten Sommer auch bei angestrengter Jagdtätigkeit n i c h t eintreten kann. Ja, instinktiv vermeidet das Raubtier die Jagd auf Beute an heißen Tagen und jagt in der Kühle der Nacht, um ja nicht überhitzt zu werden. Durch die Auflösung der Eiweißgebilde der Fleischfaser und der Knochen wird der Körper des Raubtieres mit den Resten der gelösten stickstoffhaltigen. Trümmer, den Aminosäuren, angefüllt und übersättigt. Durch Schweißausbruch entstehende Abkühlung würde sofort die in den Säften des Raubtierkörpers bis zur Übersättigung angestaute und auf Auscheidung wartende gelöste (kolloide) Harnsäure kristallisieren. Die kristallisierende Harnsäure würde sofort unter entsetzlich marternden rheumatischen Schmerzen die Gelenke und Muskeln verhärten und verziehen und dadurch den schmerzhaften Tod des Tieres herbeiführen. Die Haut des Raubtieres und seine Unfähigkeit, in Schweiß auszubrechen, beweist uns mit biologischer Sicherheit und Sachlichkeit, daß die angeführten Vorgänge bei der Verdauung des Fleisches im Raubtiermagen den Tatsachen entsprechen. Damit kommen wir zu der Frage: Ist der Mensch von Natur aus zur Verarbeitung pflanzlicher Nahrung bestimmt oder dient ihm die Nahrungsgewinnung aus Tierkadavern oder Erzeugnissen der Viehzucht genau so gut? Die Tatsache, daß der Mensch sehr leicht in Schweiß ausbricht und bei reiner. Pflanzenkost dadurch niemals irgend einen Schaden erleidet, ist ein sicherer Beweis dafür, daß er nur von pflanzlicher Nahrung leben sollte. Er tut es nicht. Als Folge davon muß er es peinlich meiden, in kühlenden Schweiß auszubrechen: Denn der Mensch, der Tierfleisch oder vom Tier stammende Erzeugnisse zu sich nimmt, wird wie der Körper des Raubtieres von den Auflösungsresten der Eiweißgebilde, Harnstoff und Harnsäure, überschwemmt und übersättigt. Bei Schweißausbruch und dabei erfolgender Abkühlung wird die Harnsäure kristallisieren und recht bald wird er von rheumatischen Schmerzen durch diese kristallisierende Harnsäure geplagt werden, denen dann bald ihn verkrüppelnde Muskel- und Gliederverzerrungen folgen werden. Wer von den täglich Fleisch und tierische Erzeugnisse verzehrenden Menschen ist auf die Dauer von Rheuma verschont? Der in der Notzeit der Nachkriegsjahre lebende Deutsche konnte kaum noch Fleisch und vom Tier stammende Erzeugnisse verzehren und hatte kaum noch Rheuma. Wer aber vom Rheuma verschont wurde, dessen Nieren sind bei Fleischverzehr in steter Gefahr, durch Überlastung zugrunde zu gehen. Gibt es unter den fleischverzehrenden Menschen solche, die nicht irgendwann mit den Nieren zu tun hatten oder zu tun haben werden? Aus der großen Kette von Beweisen, welche die Unrichtigkeit, ja, die biologische oder lebensgesetzliche Unmöglichkeit des Tierfleisches oder irgendwelcher vom Tier stammender Erzeugnisse als Nahrung für den Menschen erweisen, sei noch ein drittes Beispiel herausgegriffen: Nachdem die pflanzliche Nahrung in den Eingeweiden der Pflanzenfresser durch Kauen und Einspeichelung, durch Verarbeitung und Verwandlung in den, Magensäften von allen für den Betrieb und den Aufbau des Tierkörpers notwendigen Säften und Stoffen befreit wurde, gelangt der ausgelaugte Rest in das Schlußstück der Verdauungsorgane, den aufsteigenden Dickdarm. Hier soll nun der letzte und vielleicht wichtigste Vorgang der ganzen Verdauung und Verarbeitung der Nahrung einsetzen. Die bisher noch nicht gelösten und herausgeholten Kalium- und Kalksilikate in der Pflanzenfaser sollen vom Faserstoff der Pflanzen getrennt und die weitere Verarbeitung im Tierkörper vorbereitet werden. Wie wird das erreicht? Die Pflanzenfaser besteht aus der Verschmelzung von ungezählten einzelnen Zellgeweben, die miteinander durch Kalium- und Kalksilikate verkittet sind. (Kalksilikate sind nebenbei bemerkt das, was wir im gewöhnlichen Leben als Zement bezeichnen.) Es ist eine schier unlösbare Kittmasse, die aber vom tierischen Organismus herausgelöst werden muß, da ja der Kalk z.B. zum Aufbau der Knochen und als Zellkern in den Muskeln und das Kalium und die Kieselsäure zum Aufbau der Muskeln und der Haut so dringend und in großen Massen gebraucht wird. Wie löst nun die Lebenskraft des Tieres die Aufgabe, die verschiedenen Silikate aus der pflanzlichen Bindung herauszulösen und neu verwertbar zu machen? Die Lösung geschieht durch einen Doppelvorgang. Die eigentliche Pflanzenfaser wird im Dickdarm in eine ganz bestimmte Art von Fäulnis gebracht und durch diesen Fäulnisvorgang so gelockert, daß sie aus der Verkittung herausfällt. Dann wird die Kittmasse durch ein besonderes sehr kräftig wirkendes Lösungsmittel angegriffen und aufgelöst. Dieses Lösungsmittel wird im sogenannten Wurmfortsatz des Blinddarmes erzeugt und in die in Fäulnis versetzte Pflanzenfasermasse hineingeschickt. Die sehr umfangreichen drüsigen Gebilde des Wurmfortsatzes vollbringen im Haushalt des Tierkörpers die Lösung der festen Kalium- und Kalksilikate der Pflanzenfaser und ermöglichen damit überhaupt erst die Nutzbarmachung dieser Erdmineralien für den Aufbau und die Erhaltung des Tieres. Diese Wirkungsweise des Wurmfortsatzes am Dickdarm finden wir nur im Organismus der Pflanzenfresser. Der Organismus der Raubtiere bedarf dieses Wurmfortsatzes nicht, da in seiner Nahrung keine Pflanzenfaser vorhanden ist, deren Kittmasse herausgelöst werden müßte. Das Raubtier verzehrt ja die fertigen Knochen und Muskeln und löst aus diesen mit Leichtigkeit die Mineralstoffe heraus. Wir sehen, der Raubtierorganismus braucht die Säfte aus der Drüsentätigkeit des Wurmfortsatzes nicht, deshalb fehlt hier auch das Organ, das sie erzeugt. Der Darm des Raubtieres hat keinen Wurmfortsatz und wenn Anzeichen davon vorhanden sein sollten, dann in solch rudimentärer Form, daß man von einem Fehlen oder von völliger Wirkungslosigkeit sprechen kann. Hier haben wir einen Unterschied im Bau der Verdauungsorgane der Tierarten, der nicht abgeleugnet werden kann. Jedes Tier, das auf die Ernährung durch Pflanzenfaserstoffe angewiesen ist, benötigt dringend und unerläßlich den Wurmfortsatz des Blinddarmes. Jedes Tier, das sich wie das Raubtier vom Fleisch anderer Tiere nährt, bedarf der Tätigkeit des Wurmfortsatzes nicht und dieser wird deshalb in deren Organen auch nicht gefunden. Der Mensch hat aber einen Wurmfortsatz und einen sehr empfindlichen und ausgesprochen gut entwickelten. Er zählt deshalb ausschließlich und absolut zur Gruppe der auf pflanzliche Nahrung angewiesenen Geschöpfe. Ich hoffe, daß der Versuch geglückt ist, schlüssige Beweise für die Tatsache zu bringen, daß der Mensch keineswegs auf das Fleisch der Tiere oder vom Tier stammender Erzeugnisse angewiesen ist, sondern von Natur aus nur auf die Verarbeitung rein pflanzlicher Nahrung eingerichtet ist. Nach den biologischen Grundgesetzen der Lebenserhaltung wird er entsprechend nur dann gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter, ja, bis an seinen Tod bleiben, wenn er sich an dieses Grundgesetz hält und in seiner Ernährung alles vermeidet, was nicht in dem Zustand belassen ist, in dem es die Natur wachsen ließ, in ähnlicher Weise wie auch das freilebende Tier seine Nahrung nur so verzehrt, wie sie Gott geschaffen hat. Warum das notwendig ist, wurde im ersten Aufsatz dieser Reihe gezeigt. Ja, höre ich den Leser fragen, schmeckt denn das? Kann man denn alles roh und ungekocht verzehren? Aber bitte, ist ein Apfel oder eine Birne, eine Kirsche oder Erdbeere nicht ein herrlicher Genuß, ohne daß sie einer besonderen Zubereitung wie Fleisch, Fisch und vom Tier stammender Erzeugnisse bedürfen? Wer hätte nicht schon eine Möhre frisch aus dem Garten oder ein Radieschen mit Vergnügen roh gegessen! Ist eine reif Tomate oder eine Gurke, ein Blattgemüse oder ein Weißkohlblatt nicht auch roh schmackhaft? Oder sind Haferflocken und getrocknete Weintrauben zu verachten? Wie herrlich aber schmeckt zu all diesen erst eine Haselnuß oder gar eine Walnuß! Warum müssen denn diese Art Nahrungsmittel erst durchs Feuer gezogen werden, um schmackhaft und bekömmlich zu sein? Die Verdauungsorgane des Menschen werden damit jedenfalls in frischem unverändertem Zustande besser und für den Menschen bekömmlicher fertig als mit denselben Nahrungsmitteln in gekochtem Zustande. In rohem Zustande kann der Körper alle Bestandteile in der Nahrung biologisch richtig in die Gewebe seines Körpers einfügen. Durch das Kochen und Backen gehen nicht nur die besten Bestandteile verloren, sondern die Veränderungen durch die Hitze verhärten die Mineral- und Zuckerstoffe so, daß sie nur schwer, wenn überhaupt richtig in die Gewebe eingebaut werden können. Dazu kommt noch eins. Das Obst, die Beerenfrüchte und alles Wurzel- und grüne Gemüse ist im Garten ohne große Mühe anzubauen. Wohl wird ein Mensch, wenn er für sich und seine Familie, alle Nahrung selber im Garten ziehen will, während des Frühjahrs bei der Aussaat und im Herbst beim Ernten voll angespannt tätig sein müssen, aber dazwischen liegen große Zeiträume, die im Garten kaum Arbeit erforderlich machen und dann Muße lassen, sich mit Handwerken und Wissenschaften aller Art zu betätigen und zu bereichern und sein Leben zu verschönen. Wie anders der Viehzüchter, der Fleisch und tierische Erzeugnisse zu Markt bringen will. Tag für Tag vom frühen Morgen bis zum späten Abend ist er mit seinen Knechten tätig, sein Vieh zu füttern, zu misten und gesund zu erhalten. Er muß Heu machen und Futterrüben in Mengen anbauen. Der Sommer bringt ihm etwas Erleichterung, da er das Vieh dann auf die Weide treiben kann, aber da muß er das Getreide einbringen, um Stroh zu gewinnen für die Streu im Stall und um Kraftfutter zu erhalten. Vom trockenen Heu gibt die Kuh im Winter kaum Milch, das wissen wir. Ist die Schweinemast etwa leichter und erfordert sie keine Arbeit, wenn alles Futter im eigenen Betrieb erzeugt werden soll und keine Devisen für den Einkauf von Futtermitteln zur Verfügung stehen? Dazu noch die Beschaffung von zusätzlichem Dünger, vor allem um die säuernde Wirkung der Jauche durch Kalkgaben wieder zu neutralisieren. Ach, es ist ein ewiger Kreislauf mit so vielen Mühen und Sorgen, daß es nicht Wunder nimmt, wenn die Knechte das leichtere Stadtleben vorziehen. Wenn dann der Viehbestand noch von Seuchen geschlagen und oft in kürzester Zeit vernichtet wird, dann ist alle Arbeit und Sorge umsonst gewesen und auch die Versicherungsentschädigung ist kaum Ersatz für die verlorene Arbeit. Außer der unverhältnismäßig hohen Arbeitsleistung muß dann noch die große Nutzfläche von Ackerland und Weide beachtet werden, die zur Gewinnung von Viehfutter aufgewendet werden muß. Bei extensiver Wirtschaft waren durchweg ein Hektar Acker- und Wiesenfläche notwendig, um ein Rind das Jahr über zu ernähren und entsprechend so viel war nötig, um ein Schwein voll auszumästen. Wie gering aber der Nutzungswert in Wirklichkeit ist, das wird erst klar, wenn man bedenkt, daß mindestens 85 Prozent der aufgewendeten Futtermasse für den Aufbau des Tierkörpers selbst verwertet werden muß und nur höchstens 15 Prozent davon als Fleisch, Eier oder sonstwie zu Markt gebracht werden können. Das tatsächlich erzeugte Fleisch aber besteht wiederum zu 85 Prozent aus Wasser, das billiger aus der Pumpe zu beschaffen ist, und nur 15 Prozent ist wirkliche Masse, die, wie wir gesehen haben, den Menschen nicht am Leben und gesund erhält, sondern ihm nur Krankheit und Elend bringt. Wie anders läßt sich die Erzeugung an, wenn jede Familie im Garten ihre eigene Nahrung erzeugen würde. Je nach Fruchtbarkeit des Bodens sind etwa ein Hektar, das sind 10 000 qm, notwendig, um eine Familie bis zu 10 Personen ausreichend, bekömmlich und gesund zu ernähren. Dabei spielt sich die Arbeit im vollen Sonnenlicht im Freien ab, und die Kinder brauchen nicht auf der Gasse zu hocken, sondern werden schon früh gern und willig im Garten helfen, ohne daß es ihnen an Spiel- und Schulzeit zu ermangeln braucht. Die Statistik zeigt uns, daß wir in der britischen Zone reichlich 6 Millionen
Hektar nutzbare Ackerfläche zur Verfügung haben. Nun bitte denken Sie
sich, daß auf jeden Hektar 5 bis 10 Menschen bei eigener gartenbaulicher
Erzeugung ihrer Nahrung das ganze Jahr über satt werden können, dann sind
30 bis 60 Millionen Menschen ernährt und untergebracht. Jeder ist zufrieden
und keiner braucht den andern zu stoßen. Wird es klar, warum bei Ernährung
über die Viehhaltung und das Fleisch der Tiere die Erde zu klein wird
für die Menschen? Bei gartenmäßiger Gewinnung von nur für den Menschen
brauchbaren Nahrungsmitteln könnte die Erde bald wieder in ein Paradies
verwandelt werden. Eine Landfläche, die ihres Baumwuchses beraubt wird, ist während des Sommers den ganzen Tag über den erbarmungslosen Strahlen der Sonne ausgesetzt. Das Blätterdach des Baumes dagegen gibt dem Boden eine schützende Decke. Der Baum holt gleichzeitig das Grundwasser durch sein Wurzelgeflecht an die Oberfläche und verhindert dadurch eine Austrocknung und Versteppung des Landes. Die Viehzucht aber erfordert blanke Ackerfläche und Weide zur Nutzung und zur Heugewinnung. Die Wurzeln der Feldfrucht und der Gräser aber reichen bald nicht mehr bis ins immer weiter absinkende Grundwasser, da die Schattendecke der Bäume fehlt uni die Baumwurzeln nicht mehr da sind, um das Grundwasser heraufzuholen. Dadurch beginnt der Boden allmählich, aber je nach den klimatischen Verhältnissen immer schneller zu versteppen. Dadurch wird die nutzbringende Viehzucht und der Ackerbau von Geschlecht zu Geschlecht immer schwerer und der versteppende Boden immer wertloser, bis die Grenze des noch Tragbaren erreicht ist. Dann lohnt sich die Viehzucht in Verbindung mit Ackerbau nicht mehr und es wird dann nur extensive Weidewirtschaft möglich. Brennt die Sinne in subtropischen Gegenden gar zu sehr auf die vom Baumwuchs entblößten Flächen, so wird die Steppe bald zur Wüste und damit überhaupt unfähig, Tier und Mensch noch zu ernähren. Viehzucht und Ackerbau bringt mit der Zeit jedes Land zur Unfruchtbarkeit und die Kulturvölker, die da glauben, ohne das Fleisch der Tiere und ohne die vom Tier stammenden Genußmittel nicht auskommen zu können, sind zum Aussterben oder zum Verlassen des Landes verdammt, wenn die Bevölkerung nicht schon vorher durch Krankheit und Seuchen oder Kriegsgreuel ausgerottet wurde. Das ist Naturgesetz, bewiesen bis auf den heutigen Tag durch das Schicksal der Zweistromländer, Persiens und Arabiens und durch das Geschick der Völker an der Nordküste Afrikas und der europäischen Länder um das Mittelmeerbecken. Welche sozial- und wirtschaftspolitischen Folgen aber Ackerbau und Viehzucht im Zusammenleben der Menschen zeitigt und immer wieder hervorgerufen hat, das zu zeigen, ist die eigentliche Aufgabe dieser Aufsatzreihe. |
||||
|
||||